Samstag, 23. November 2013

Mit Sonnenschein ins Paradies


Mein letztens Wochenende habe ich mit meiner Austauschgruppe in Vilcabamba und Loja verbracht.
Freitag Morgen ging es los, aber wirklich gut ist unser Ausflug nicht gestartet. Wir haben um 7:00 Uhr einen öffentlichen Bus genommen, da wurde dann der Koffer einer Freundin geklaut. Sie ist aber trotzdem mitgefahren und mit ner halben Stunde Verspätung ging's los :)
Nach sieben Stunden sehr kurviger Fahrt sind wir in Loja angekommen und von da aus direkt weiter nach Vilcabamba gefahren. Das ist eine Stadt in der Nähe von Loja, in der sehr viele alte Menschen leben, die einfach wunderschön ist und die Landschaft da ist atemberaubend.
In Vilcabamba angekommen, haben wir zunächst unser Hotel bezogen. Danach sind wir Abendessen gegangen, haben 'n bisschen die Stadt besichtigt, Unmengen Eis gegessen, und in einem kleinen Lokal Weine und Liköre aus Ecuador probiert :)
Abends sind wir noch um zehn Uhr in unserem Hotel im Pool schwimmen gewesen und das war richtig, richtig kalt :D

Unser Hotel in Vilcabamba
Und noch mal unser Hotel 
Vilcabamba mit Bergen im Hintergrund
Ich und Daisy im Park von Vilcabamba
Herzlich Willkommen in Vilcabamba

Am nächsten Morgen sind wir mit Pferden zu einem Wasserfall geritten. Zwei Stunden hin und zwei Stunden wieder zurück *…* mein Po hat sehr gelitten, weil der Weg, den wir lang geritten sind, so schmal war, dass das Pferd grade drauf passt und es war steinig und steil, weil wir den Berg hoch mussten. Ja und auf diesem Weg sind die Pferde auch mal spontan angefangen zu traben oder galoppieren. Wenn man keine Ahnung vom Reiten hat, kann das sehr schmerzhaft sein.
Aber die Landschaft hat das alles entschädigt. Ich glaube ich hab noch nie einen so schönen Ort gesehn.

Einfach nur Grün
Unsere Gruppe auf dem Weg zum Wasserfall
Eine Brücke - Wir sind aber durch den Fluss geritten
So sah der Weg dann später aus
Oder so ... 
Riesenkaktus
Eine wunderschöne Landschaft
Irgendwas hing da in den Bäumen - fragt mich nich was :D
Ab durch den Fluss
Unsere Pferde :)
Ich mit Wasserfall :)
Und der Wasserfall alleine 
Berg *-*

Nachmittags sind wir dann wieder zurück nach Loja, obwohl eigendlich keiner so recht wollte und alle noch gerne länger in Vilcabamba geblieben wären.
Naja. Nach der Busfahrt haben wir uns mit 13 Leuten plus Koffer auf die Ladefläche von sowas wie 'nem Viehtransporter gequetscht und sind so zum Hotel gefahren. Das Hotel war aber absolut nicht das, was man in Deutschland unter Hotel versteht. Unser Zimmer hatte kein Fenster, nur im Bad war ein rechteckiges Loch in der Wand, ohne Gitter, geschweige denn Glas :P das Klo hat nicht richtig abgespült und ein Zwischenraum zwischen den Wänden in der Dusche wurde einfach mit Zeitung ausgestopft. Aber gut, für eine Nacht war's okay.
Abends sollten eigendlich son Festival statt finden, aber irgendwie war da nich viel mehr los, als ein paar Breakdancer und eine Gruppe Trompetenspieler :P
Wir haben uns da dann auf den Platz gechillt, den Jungs beim tanzen zu geguckt und uns in 'ner Bäckerei Brot/Brötchen zum Abendessen gekauft. Ne Freundin meinte schon, dass der Bäcker diesen Abend das Geschäft seines Lebens gemacht hat. Fast jeder aus der Gruppe war da bestimmt drei mal drin :D Das Brot hier ist aber auch anders als in Deutschland. Eher so Brötchenform, süßer, günstig und macht nicht so schnell satt. Danach waren wir noch in einer Bar und haben da nicht viel mehr gemacht, als geredet. War jetzt nicht so spektakulär.
Nach dem Frühstück am Sonntag sind wir zu einem Park in Loja gefahren, in dem iwas von Lojas Colegios aufgeführt wurde. Wir sind da mit dem Bus hin. Das war auch so eine Erfahrung. Der Bus war richtig voll. Alle standen im Mittelgang und immer wenn wir zu 'ner nächsten Haltestelle gekommen sind hat der Typ, der auch das Geld von den Leuten einsammelt (hier werden keine Tickets gekauft und eine Busfahrt kostet nur 25 cents) geschrieen, dass sich die Leute beeilen sollen. Ich war froh also wir wieder aussteigen konnten :p
Der Park war aber wirklich schön, allerdings haben wir von dem eigentlichen Event nicht wirklich viel gesehen, weil es total voll war.
Also haben wir uns aufgeteilt und uns den Park angeguckt oder an den Ständen, von denen es da viele gab, nach Schmuck oder anderen handgemachten Sachen geguckt.
Danach waren wir noch auf dem Markt von Loja und um zwei ging's dann auch schon wieder mit dem Bus zurück nach Machala.

Eine Kirche in Loja
Die Kirche von innen - fand gerade eine Hochzeit statt
Eine Uhr
Mercado Centro Comercial in Loja - Viele Läden und viel Essen
Blumenstand im Centro Comercial
See im Park von Loja
Hier fand die Veranstalltung der Colegios statt
Markt in Loja


Loja
Die beidem Tage in Loja waren nicht soo besonders, aber Vilcabamba war richtig richtig schön *-* Falls irgendwer vor hat, Urlaub in Ecuador zu machen, solltet ihr da unbedingt hin :)
Das wars dann auch von mir.
Liebe Liebe Grüße Anika

Sonntag, 3. November 2013

Schule: sehr anders und wirklich cool :)


Heii
Ich wollte noch mal was über die Schule schreiben. Etwas steht ja schon im anderen Post, aber es gibt noch sehr viel mehr zu erzählen :)
Also:

Die Schule beginnt hier schon um 7:00 Uhr und endet um 13:30 Uhr und an allen Schulen werden Uniformen getragen. An unserer Schule gibt es, wie bei den meisten Schulen, drei verschiedene Uniformen. Einmal die normale, für alle Tage. Die besteht an unserer Schule (Juana de Dios) aus einem T-Shirt, weisen Schuhen und einfach einer blauen Jeans. Das ist bei uns ziemlich locker gehandhabt. In anderen Schulen muss man jeden Tag 'n Rock mit Bluse tragen und da sind auch die Schuhe einheitlich. Dann gibt's noch die Sportuniform. Das ist 'ne einheitliche Jogginghose und ein einheitliches T-Shirt. Für montags gibt es eine spezielle Uniform, weil montags der erste Tag der Woche ist. Die besteht aus einem weißen Faltenrock, einer weißen Bluse, schwarzen Schuhen, einem dunkelblauen Blazer und einer türkischen Krawatte, mit den Initialien meiner Schule (JD).
Montag morgens stellen sich alle Schüler nach der ersten Stunde auf dem Schulhof auf. Da steht sowas wie 'ne Bühne, aber sehr sehr klein. Auf der Bühne stehen drei Fahnenmäste. Montags ist auch noch ein Pult aufgebaut. Da tragen Schüler dann immer zu verschieden Themen was vor. Danach wird erst Ecuadors Nationalhymne gesungen und dann die Hymne von Machala, dabei wird die ecuadorianische Fahne gehisste. Danach gehts dann weiter mit dem Unterricht.

Ich habe immer Doppelstunden, die von zwei Pausen unterbrochen werden. Der Pausengong hört sich an wie 'n Feuerarlam (nicht nur an meiner Schule) und wird durch 'nen Schalter, oberhalb der Treppe zum oberen Stockwerk, betätigt. Allerdings machen das manchmal auch Schüler, weshalb der nicht so zuverlässig ist und der Lehrer immer nochmal auf die Uhr guckt, bevor er den Unterricht beendet :D Die Fächer finden alle im gleichen Raum statt, außer Informatik, da sind wir im Computerraum. An andern Schulen gibt es auch Kurse, aber da unsere Schule so klein ist, ist das bei uns unmöglich :D Während des Unterrichts wird auch nicht aufgezeigt. Wer was sagen will, muss das laut in die Klasse schreien. Der lauteste wird dann gehört, weil praktisch jeder immer redet.
Von den Lehrern wird das aber tolerierte und das scheint wohl normal zu sein.

Der Respekt gegenüber den Lehrern ist sowieso nicht so groß und die Lehrer nennen die Schüler hier auch "mi hija" (mein Kind) oder "mi amor" (meine Liebe). Hier sind das aber gebräuchliche Kosenamen.
Was mich am Anfang auch etwas verwirrt hat, war die Frage: Kommst du morgen auch? Das wird aber relativ häufig gefragt und ist auch ernst gemeint :D
Das Niveau ist, zu mindest in Englisch, ziemlich niedrig. Wir machen gerade Present Perfekt und ich hab das Gefühl, dass mein Englisch besser ist, als das von meinem Lehrer :P Ansonsten fühle ich mich aber nicht unterfordert, was aber auch daran liegen kann, dass ich noch nicht so viel verstehe :P Der Unterricht besteht eigendlich nur Frontalunerricht. Der Lehrer diktiert was und die Klasse schreibt alles auf, danach sprechen wir meistens noch darüber, was wir aufgeschrieben haben. In Chemie mussten wir in der letzten Woche das Periodensystem auswendig lernen :o  In Geschichte und Philosophie wird auch viel diskutiert, da komm ich aber noch fast garnicht mit :D
Hier wird allerdings viel mehr auf die äußere Form geachtet. Für jedes Fach gibt es einen Block, der sehr ordentlich geführt wird (bei den meisten) und auch Plakate oder so werden immer aufwendig gestaltet, mit Glitzerschrift, bunter Pappe und seeehr vielen Bildern :D

In den Pausen chillen wir meistens unter den Palmen, nachdem wie uns was am Kiosk gekauft haben. Da wird auch schon morgens Reis mit Fleisch oder irgendwas anderem verkauft und natürlich Kekse, Süßes und Getränke. Viele der Jungs spiel entweder Fußball, Tischtennis oder Volleyball, aber Mädchen so gut wie nie. Manchmal spielt auch unser Mathelehrer mit den Schülern Volleyball :D Wie gesagt das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer ist hier viel freundschaftlicher :)

Der Sportunterricht findet auch auf dem Schulhof statt, da unser Colegio ziemlich klein ist und wir keinen eigenen Sportplatz haben. Es gibt aber auch Colegios mit Sportplatz und eigenem Schwimmbad (um allen Colegios ist hier eine Mauer). Letztens mussten wir vom Kiosk bis zum Eingangstor sprinten. Und als die Grundschule schulaus hatte, haben die, die schon gelaufen sind, 'ne Gasse gebildet, damit die kleinen Kinder nicht alle durch die Bahn laufen :D

Was ich auch noch interessant finde ist, wie viel die Schulen hier kosten. Mein Colegio kostet pro Monat ca. $80. Das ist aber noch relativ wenig. An anderen Colegios bezahlt man pro Monat mehr als $100. Es gibt auch öffentliche Schulen, die sind kostenlos, aber die Ausbildung da ist wirklich schlecht und wenn's eben anders geht, schickt man seine Kinder da nicht hin.

Ich hoffe euch ist der Text nicht zu lang geworden und ihr hab 'n bisschen 'nen Eindruck von meinem Schulalltag hier bekommen :)
Liebe Grüße Anika :)